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Das Hofgut Georgenau (Ostseite) mit Melkerhaus |
Das Hofgut Georgenau, seit 1975 im Besitz der Familie von Reden-Lütcken, hat eine bewegte Geschichte hinter sich. Mehr darüber erfahren Sie hier. Gegründet im frühen 18. Jahrhundert und zahlreiche Besitzerwechsel später wird heute auf den Länderein streng biologische Landwirtschaft betrieben, sowohl Ackerbau als auch Viehwirtschaft.
Die erwirtschafteten Produkte werden im eigenen Hofladen verkauft oder wiederum für andere Betriebszweige des Hofs weiterverwendet.
Weiterhin befinden sich auf dem Anwesen Pferdekoppeln und Stallungen für Pferde, die übrigens auch angemietet werden können. Reitkurse sind erhältlich und für Freizeitreiter werden ein- bis zweitägige Ausritte angeboten. Darüber hinaus kann Reiten hier auch in Form von therapeutischem Reiten erfahren werden. So nutzt zum Beispiel die Kinder und Jugendpsychiatrie des Landesklinikums Nordschwarzwald diese Einrichtung zur Reittherapie.
Die Bewirtschaftung des Hofguts
Anhand des Schaubilds wollen wir verdeutlichen, wie die einzelnen Bewirtschaftungszweige übers Jahr ineinander greifen.
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Die Geschichte des Hofguts Georgenau
Das Hofgut Georgenau und seine wechselnden Geschicke über einen Zeitraum von fast 300 Jahren. Wir wünschen angenehme und informative Lektüre.
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Fotografie aus dem 19. Jahrhundert.
Hofgebäude mit Freitreppe, die wegen Baufälligkeit nach dem 2. Weltkrieg abgerissen wurde. |
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1711 - Peter Hermann von Franken wird Forstmeister zu Liebenzell. Er strebt die Gründung eines Hofes an.
1716 - Erste Grundstückskäufe.
1720 - Zusätzliche 40 Morgen Land, Bewirt-schaftung durch Bauern aus Neuhengstett.
1727 - Erste Gebäude errichtet, Bewirtschaf-tung durch den Forstmeister.
1737 -
Wilhelm Friedrich Hermann von Franken, Sohn des Forstmeisters, übernimmt den Hof. Weitere Vergrößerung des Guts auf 95 Morgen.
1739 - Bau des Hauptgebäudes.
1749 - Verkauf des Hofes aus familiären Gründen an
Christian Wilhelm Langenhagen, Waisenhausverwalter in Pforzheim. Er legt die Verwaltung des Hofes in die Hände wechselnder Hofmeier. Die Erträge werden schlechter.
1761 - Verkauf an
Heinrich Mögling, Hofrat und Hofgerichtsassessor in Stuttgart. Weitere Vergrößerung des Hofguts um 32,5 Morgen. Fortschrittliches Denken und Nutzung moderner Maschinen (Dreschmaschine, Windmühle, windkraftgetriebener Webstuhl, etc.) bringen einen Aufschwung. Tragische Familiengeschehnisse (Tod der 16-jährigen Tochter) werfen Schatten auf die Erfolgsgeschichte. Nach dem Tod des Hofrats 1799 erfolgt der Weiterverkauf.
1799 - Weiterverkauf an
Wilhelm Adam Beck, Verwahrlosung des Hofes durch schlechte Bewirtschaftung. Zwangsversteigerung ist die Folge.
1806 -
Jacob Schill, Zeugfabrikant aus Calw, erwirbt den Hof. Als tadelloser Geschäftsmann bewirtschaftet er den Hof sehr erfolgreich. Die Größe des Hofs beträgt inzwischen 160 Morgen (48,5 ha). Nach seinem Tod wird der Hof von seinen Erben zur Versteigerung freigegeben.
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Überreste des Götterkopfportals. Ein 1874 auf einem Acker ausgegrabener römischer Götterkopf wurde in ein Seitenportal integriert. Die weitere Parkgestaltung orientierte sich daran.
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1841 - Versteigerung des Hofes, neuer Eigner wird die Gemeinde Möttlingen. Schon bald entstehen durch unglückliche Missernten und unerwartet nötig gewordene Gebäudereparaturen finanzielle Schwierigkeiten. In einer denkwürdigen Bürgerversammlung wird 1856 einstimmig der Verkauf beschlossen und damit der Gemeinde eine große Last von den Schultern genommen.
1856 -
Verkauf an den Gutsbesitzer Messner aus Stammheim. Er plant eine
Ackerbauschule für Arme. Leider bleiben die Schüler aus.
1859 - Erneuter Weiterverkauf an
Alphons Georgii vom Hof Dicke bei Stammheim. Dieser verkauft den Hof bereits nach 2 Jahren an seinen Bruder weiter.
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Der "Römerturm" - ein im römischen Stil nachgebauter Eckturm im Park. |
1861 -
Emil Wilhelm Georgii erwirbt das Anwesen von seinem Bruder. Er erlangte 1862 von König Karl die Genehmigung, den Hof in Georgenau umbenennen zu dürfen. Die Ländereien werden weiter vergrößert. Zeitgerechte Bauänderungen an den Gebäuden werden vorgenommen (z.B. eine große Freitreppe). Der jetzige Besitzer ist ein ebenso umtriebiger wie wohltätiger und großzügiger Mann, der den Hof sehr erfolgreich und mit Hingabe führt.
Er wird 1870 von König Karl in den erblichen Adelsstand erhoben. Der Familienname ändert sich auf "von Georgii-Georgenau".
Der Hof bleibt im Familienbesitz bis 1931, bis er vom einzigen Sohn und Erben mangels Interesse verkauft wird.
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Das stark renovierungsbedürftige Hauptgebäude vor den Restaurierungsarbeiten durch die Familie von Reden-Lütcken.
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1931 - Verkauf an
Otto Übele – Kaffeekonsul Santos Brasilien. Der Hof umfasst inzwischen gut 65 ha. Wechselnde Pächter, bis nach dem Ende des 2. Weltkrieges der Sohn des Konsuls den heruntergekommenen Hof übernimmt und restauriert. Als Kriegsinvalide tut er sich hiermit schwer und gibt den Hof zugunsten eines leichter zu bewirtschaftenden Guts auf.
1952 -
Verkauf an den Kunstmaler Dieter Frank aus Schwäbisch Hall. In den Jahren bis 1975 zahlreiche wechselnden Pächterfamilien und ein gescheiterter Versuch, den Hof zum Naherholungspark umzugestalten (1971).
1975 - Verkauf an Familie Georg von Reden-Lütcken, Schwiegersohn der Pächterfamilie Weber.
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Das Hofgut Georgenau erstrahlt in neuer Pracht nach Abschluss der Restaurierungsarbeiten. |
1988 - Beginn umfangreicher Restau-rierungsarbeiten, teils mit öffentlicher Unterstützung (Denkmalamt).
2005 - Seit nunmehr 30 Jahren im Fami-lienbesitz. Größe des Hofs weiterhin bei 65 Hektar.
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